Ich hatte es versprochen, ergo muss ich da nun wohl durch….. gesammelte Werke zum Thema Großraubtiere in der EU. Dieser Artikel ist nicht mit der rosa Brille geschrieben, sondern vermutlich eher ein Krimi, in dem es um Betrug, billige Fälschungen und politische Verwicklungen geht… zum aktuellen Zeitpunkt hoffe ich noch, es erreicht nicht die Ausmaße von „Illuminati“, aber die Hoffnung schwindet.

Wo soll ich anfangen?
Vielleicht damit, dass ich kein Jäger und auch kein Wolfsgegner bin, denn ich mag diese schönen, stolzen und eleganten Tiere. Zum Wolf ist bei mir – wie bei wohl fast jedem von uns – eine Art emotionale Bindung vorhanden, da sie die Stammväter unserer Hunde sind.
Gerade deshalb möchte ich, dass unsere Wölfe hier eine ehrliche Chance haben, dass sie leben können und vor allem, dass fair mit ihnen umgegangen wird! Dies bedeutet unter anderem, dass wir auch die Leute ernst nehmen müssen, die mit den Wölfen kollidieren werden. Wir müssen die Grundbedürfnisse von Wölfen beachten, ihre Charaktere, aber auch ihr Lernverhalten. Dies passiert in meinen Augen derzeit nicht. Probleme werden totgeschwiegen oder die Schuld auf andere abgewälzt. Wir bauen ein doppelmoralisches Konstrukt auf rund um unsere tierischen Mitbewohner, das so nicht tragbar ist und vor allem nicht gutgehen kann.

Als Vergleich können hier ruhig die nächsten Verwandten dienen, unsere Hunde. Geht von einem Hund eine Gefahr aus, hagelt es Verbote, Hundeverordnungen und Prügel für den Besitzer. Dies muss keine wirkliche Gefahr sein, noch nicht einmal für Menschen. Ein Hund, der die Nachbarskatze erwischt, der den Dackel von gegenüber schief anschaut, oder auch der Provokationen und Tritte von Fremden nicht klaglos hinnimmt, kann in Deutschland eingezogen und wenn er sich als führerhart erweist, sogar eingeschläfert werden. Hunde haben in unserer Gesellschaft kaum mehr einen Platz, selbst Schäfer sind mir bekannt, die mit ihren Hunden (Fuchs, Gelbbacke, Westerwälder) zum Wesenstest mussten, weil sich „Mutti von nebenan“ eingebildet hat, ihren Familienbordercollie mal eine behirtete Herde „hüten“ lassen zu müssen und die Hunde des Schäfers dies vereitelt haben. Ebenso ist mir ein Fall bekannt, bei dem ein Kangal auf einem mit Wildzaun eingefriedeten Weidestück erschossen – oder besser durchsiebt wurde – weil er einen die Schafe „hütenden“ Familienborder „am Frack“ hatte.

Es sind weniger die Wölfe, die mir Sorgen machen – diese sehe ich zum Beispiel in Sachen Prädatorenbekämpfung sogar als sehr hilfreich an, denn Fuchs und Katze kommen noch vor dem Wildschwein auf seiner Speisekarte. Gespannt darauf bin ich, wie es mit Waschbär und Marderhund aussieht, oder mit freilaufenden Hunden.

Wir Menschen mit unserer inzwischen doch oft sehr naturentfremdeten Art sind es, die mir mehr Sorge bereiten. Man sieht ja momentan schon, was verschwiegen und unter den Teppich gekehrt wird. Die ureigene Wesenszüge von Wölfen werden negiert und in Abrede gestellt. Vorkommnisse totgeschwiegen, Studien verschwinden… Dazu aber später sortiert mehr.

10427242_730568967034604_2851181830297505019_nZunächst sollten wir uns vor Augen führen, dass wir in Europa zwei „Sorten“ Wölfe haben. Natürlich gewachsene Bestände und solche, die auf durch Menschenhand vermehrte und versorgte Tiere zurückgehen. Wölfe und Bären scheinen diese positive Verknüpfung mit dem Menschen aufrechtzuerhalten, anders als z.B. Luchse, die schnell ihre natürliche Scheu zurückerlangen. Wölfe reduzieren ihre Scheu relativ schnell auf das für sie praktische Maß, wobei der Bär da noch weitaus flexibler scheint. Eigentlich logisch, denn er hat auch in der Natur relativ wenig, vor dem er sich fürchten muss. Seine Scheu dem Menschen gegenüber dürfte erlernt und nicht angeboren sein.

Bleiben wir nun zunächst bei „unseren“ Wölfen, an denen es bisher nicht allzu viel auszusetzen gibt. Klar vergreifen sie sich hin und wieder an Weidetieren, was aber auch zu erwarten war. Es sind eben Großräuber und Weidetiere eine verhältnismäßig leichte Beute. Und doch fallen mir Veränderungen auf. Die in letzter Zeit gelegentlich vorkommenden Risse in direkter Nähe zu menschlichen Behausungen gab es in der Anfangszeit nicht. Die vor kurzem in Brandenburg attackierte Hündin ist dafür ein gutes Beispiel, da sie wirklich direkt an ihrem Grundstückszaun war und sowohl das Forsthaus als auch Förster und Hund nicht erst seit zwei Wochen dort waren. Auch Wölfe gibt es dort schon länger:

http://mobil.jagderleben.de/wolf-attackiert-jagdhund

Dieser Vorfall könnte mehrere Gründe haben:
Erstens, durch die größer werdende Gesamtpopulation werden einzelne Grüppchen/Tiere in unsere Nähe gedrängt und greifen dann Haustiere an, weil z.B. noch nicht genug Erfahrung an ordentlicher Beute da ist.

Eine andere Möglichkeit wäre: Der Wolf lernt, dass er hier in dem Moment, in dem er sich menschlichen Behausungen nähert nicht „unter Beschuss“ steht, anders als in Polen. Er lernt also: Menschennähe = ungefährlich.

Oder aber: Es sind Tiere aus der Südpopulation irgendwie „zugewandert“, ohne dass dieser Umstand öffentlich gemacht wurde. Für viele Wölfe dieser Herkunft ist das die normale Art der Nahrungsbeschaffung. Weshalb, darauf werde ich später zurückkommen, genau wie darauf, dass es in Verbindung mit der Südpopulation leider öfter zu Unregelmäßigkeiten im Informationsfluss kommt.

Zunächst zu Unregelmäßigkeiten in unsere Population bzw. dem Umgang damit: Es kursieren sehr hartnäckig Gerüchte um durchgeimpfte (SHPPLT) Wölfe sowie über den Einsatz von Ivomec an Räudetieren… Ich hoffe stark, dass dies wirklich Gerüchte sind, denn diese Krankheiten sind die einzigen natürlichen Regulative, die der Wolf besitzt, da er außer dem Mensch (Straßen- und Schienenverkehr, Jagd) keinerlei natürliche Feinde hat. Diese Regulative auszuschalten, hieße, künstlich eine Überpopulation zu erschaffen, was wiederum vermehrt zu Konflikten mit dem Wolf führen würde, da dieser ja nun mal Lebensraum benötigt und sich dieser nicht an Rechenexempeln, sondern an den Gegebenheiten des jeweiligen Biotops orientiert.10891720_730599870364847_3207965978910549293_n(1)

Wie der Wolf in Verbindung mit Viehhaltung mit unserem Rechtssystem kollidiert, kann z.B. auch dieses Beispiel aufzeigen: Ein Schäfer beantragt Fördermittel für einen wolfssicheren Zaun, bekommt diese auch genehmigt- jedoch… das Bauamt spielt nicht mit…

http://www.maz-online.de/Brandenburg/Kablow-Der-mit-den-Wolf-kaempft

Klar, handelt es sich hier „nur“ um einen Hobbyhalter, aber auch er liebt seine Tiere und diese Probleme sind übertragbar. Auch sollte man eventuell daran denken, das unsere seltenen, fast ausgestorbenen alten Nutztierrassen in der Regel in der Hand von sogenannten Hobbyhaltern sind und nur durch diese Idealisten am Leben gehalten werden.
Nicht entschädigt werden z.B. Verlammungen, bzw. wenn Schafe überhaupt nicht aufnehmen, weil sie durch den Wolf gestresst werden.
Wie genau der Herdenschutz aussehen soll, wissen viele auch noch nicht genau. Spätestens im Westen unseres Landes wird der Schutz mit Hunden aufgrund des Sicherheitsbedürfnisses der Bevölkerung nur sehr begrenzt funktionieren bis unmöglich sein. Eigentlich ist die einzig relativ sichere Schutzmethode die Behirtung, jedoch wird der Verbraucher bereit sein, dass auch zu bezahlen?

Dann gibt es bereits jetzt die eine oder andere „ geschickt gestaltete“ Managementvorgabe, so z.B. hier… Nur da, wo auch offiziell Wolfgebiet ist wird gezahlt:

http://www.ov-online.de/aus-dem-landkreis/item/doch-keine-entschaedigung-fuer-wolfsuebergriffe

Dass ein Wolf sich eher nicht an Kreisgrenzen hält und an einem Tag auch mal ein Bundesland durchqueren könnte, ist den Herren der zuständigen Landesregierung bequemerweise scheinbar nicht bekannt…
Mal schauen, ob dies Nachahmer findet… Aber da gibt es noch ganz andere Möglichkeiten…
Kommen wir jetzt also zu der schon das eine oder andere Mal erwähnten Südpopulation.
Wir alle haben ja im Hinterkopf, dass die Verbindung der Populationen das Ziel unserer Naturschutzverbände ist – zwecks genetischem Austausch. So weit, so gut.
Was aber kaum jemandem bekannt ist: Die genetische Vielfalt dort ist leider „etwas“ größer als gedacht.
Eine Gruppe fehlgeleiteter Naturschützer hatte einen Traum: Viele schöne, große, starke Wölfe in kürzester Zeit. Man baute Gehege, kaufte sich Tschechoslowakische Wolfshunde und Timberwölfe.

http://de.wikipedia.org/wiki/Tschechoslowakischer_Wolfhund
http://de.wikipedia.org/wiki/Timberwolf

Deren Nachzucht setzte man aus. 2001 tauchten das erste Mal Hybriden auf. Damals allerdings noch tote, die von den ansässigen Wölfen gefleddert wurden. Allerdings… bereits 2006 betrug der Anteil der italienischen Population mit verfälschter DNA bereits 11 %. Danach wurde die Studie eingestellt – komischerweise…..

2013 wurden 8 solcher Zuchtstationen mit insgesamt 35 Zuchttieren geschlossen, später fand man noch andere gezüchtete Tiere in der Umgebung der Stationen lebend und tot. Wie weit der Bestand aktuell durchseucht ist, kann man sich hochrechnen.

An dieser Stelle:

http://www.canislupus.it/public/detecting%20ibridization_randi.pdf

befand sich einmal eine dazugehörige Studie, die aber aus unbekannten Gründen entfernt wurde, sehr zeitnah, nachdem sie öfter mal den „richtigen Leuten“ vor die Nase gehalten und dazu Anfragen gestellt wurden.

Da mir inzwischen unterstellt wurde, dass es diese Studie nicht gäbe, mussten Sergio und ich nochmal in die Recherche…

Und YES!!!! Ich habe sie nach langem Wühlen doch noch einmal komplett gefunden:

http://www.cap-loup.fr/wp-content/uploads/loup_hybridation_chien_Verardi_2006.pdf

Kurz darauf folgte dieser Artikel:

http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/die-angst-vor-dem-wolf-hund-hybriden-geht-um-128635202?forcedbyuser=yes

Diese Hybriden scheinen sich anders zu verhalten als normale Wölfe, bilden größere Rudel, zeigen weniger Scheu, was sich in unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft ja für den Wolf auch als sinnvoll erweisen könnte. Aber ob UNS dies sinnvoll erscheint? Man wird sehen.

Hier möchte ich einige Fallbeispiele anführen, die das veränderte Verhalten gut aufzeigen:

http://iltirreno.gelocal.it/cecina/cronaca/2013/01/16/news/mia-moglie-rincorsa-dai-lupi-1.6363705

10659422_889791947705412_1835846181626614353_nEin Züchter berichtet über zwei Angriffe auf seine direkt am Haus befindliche Herde. Die Angriffe finden tagsüber statt. Beim ersten Angriff werden 22 Schafe gerissen, jedoch nicht aufgefressen. Allein, dass der Wolf in Bärenmanier „überreisst“ finde ich ungewöhnlich.
Der nächste Besuch verläuft noch interessanter. Die Frau des Züchters hört eine Ziege schreien und geht mit ihren Hunden zur Herde. Sie sieht die Wölfe und die toten Tiere, ihre Hunde töten zwei Wölfe, der Rest flieht scheinbar. Jedoch formiert sich das Rudel binnen kürzester Zeit neu und greift Frau und Hunde an, die sich ins Haus retten können. Bei Ankunft des Mannes mit dem Auto sieht er noch zwei Tiere, die dann aber fliehen.

http://www.lanazione.it/grosseto/cronaca/2009/12/15/271377-storia_allevatore.shtml

Hier ein Artikel eines Schäfers, der zwei Wölfe an seiner Herde erwischt, die sich zwar mit einem langen Knüppel vertreiben lassen, aber erst nicht kampflos aufgeben.

Die Risszahlen explodieren in den letzten Jahren, auch bekommt man überall gegenläufige Informationen. Z.B. sagt der obige Artikel aus, dass es in der Schweiz keine Hybridtiere gibt, andererseits wurde in Graubünden aber auch schon Kanada-DNA gefunden… Aus dem Wallis warte ich noch auf Informationen in dieser Angelegenheit.
Was stimmt nun? Welche Informationen soll man glauben? Mir persönlich allerdings ist jemand glaubhafter, der sich ernsthaft fragt, wie kommt Kanada -DNA in die Schweiz, als derjenige, der ein politisches Statement abgibt. Aber dies möge jeder selbst entscheiden…

Hier ein Artikel, der ein paar sehr interessante Fragen stellt:

http://www.ilcacciatore.com/2014/01/07/aiw-le-ultime-sul-lupo/

Weshalb weigern sich trotz Bekannt werden der Umstände die Wolfsbeauftragten, DNA-Proben an unabhängige Stellen zu Auswertung zu übergeben? (wir erinnern uns: Verschwundene DNA und verschwundene Studien)

  • Weshalb verfügt Italien plötzlich über unterschiedliche, genetisch unterscheidbare Wolfsarten?
  • Weshalb werden angeblich gewilderte Tiere plötzlich zu entsorgtem Zuchtüberbestand?
  • Weshalb werden an der französisch/italienischen Grenze auf einmal Timberwölfe gesichtet?

Übrigens:

Ein Wolf tauchte im Westerwald auf und wurde widerrechtlich erschossen.
Erwiesen ist, dass er einer der italienischen Populationen zugeordnet werden kann – welcher Population ist bis heute nicht geklärt, der der echten Wölfe, oder der der Hybridtiere. Gerüchten zufolge soll das auch nicht mehr möglich sein, da seine DNA verschwunden sein soll. Die Frage, wie der Jung von Italien hierhergeflogen ist, ohne irgendwo Spuren zu hinterlassen, konnte ebenfalls bis heute nicht geklärt werden, aber gut… lassen wir ihn in Frieden ruhen…
Es gibt noch mehr solche Kuriositäten.

Im Jahr 2003 verpaarte sich die Neustädter Wölfin mit einem Hund. Von den geborenen Welpen verschwanden die meisten im ersten Jahr spurlos, zwei wurden eingefangen und in ein Gehege im Bayrischen Wald gebracht, wo sie schließlich verletzt und eingeschläfert wurden. Weshalb wurden diese eigentlich gefangen, wo doch der Hybrid mittlerweile den gleichen Schutzstatus wie der Wolf genießt?
Welche Bedenken hatte man damals?

Wir sehen in Italien ein komplett anderes Rissverhalten als eigentlich für Wölfe typisch. So brechen die italienischen Wölfe in die auch in Deutschland geforderten Pferche direkt am Haus ein, wodurch es zu den sogenannten Overkills durch Überreizung kommt. Sie bilden Rudelgrößen von mal eben 20 Tieren, die in der Lage sind, binnen Minuten 20 Schafe und mehr zu reißen. Sie gehen in die Orte, nicht heimlich, sondern am helllichten Tag. Ich habe oben extra Fallbeispiele gesucht, die das aufzeigen. Man warnt, im dunklen die Ortschaften zu verlassen. Einen traurigen aktuellen Höhepunkt stellt der kürzlich von einem Wolfsrudel auf einem Hüttendach festgesetzte Jäger dar.10294364_730568780367956_8546594359370395785_n

http://www.lanazione.it/siena/cacciatore-lupi-angoscia-1.457118

Es gibt auch einen Artikel, in dem es einer Touristenfamilie ähnlich erging, den ich allerdings nicht mehr gefunden habe. Bereits im August lag die Zahl der nur in der Toskana gerissenen Schafe bei ca. 700, zuzüglich Rinder, Pferde und dem einen oder anderen nicht gezählten und aufgelisteten Beifang.

Hier noch ein Beispiel eines nächtlichen Beutezuges:

http://milano.corriere.it/notizie/cronaca/14_febbraio_07/i-lupi-all-attacco-sbranate-40-pecore-43c9f3ba-8fcf-11e3-b53f-05c5f8d49c92.shtml

Obwohl der Schäfer bei seinen Schafen im Auto schläft, dringen Wölfe in den Stromzaun ein. 10 Schafe findet er tot, 40 werden vermisst, Verletzte nicht mitgezählt.

Italien geht allerdings eh nicht zimperlich mit seinen Viehhaltern um, man sollte diesen Film mal sacken lassen:

Immer wieder fällt in diesem Zusammenhang das Problem des sogenannten Anfütterns. Damit meint man dann abwechselnd Touristen (die in Italien zu einem nicht allzu kleinen Prozentsatz aus Deutschland kommen), aber auch auf Weiden befindliche Nachgeburten oder im Freien angebrachte Futterstellen für zum Beispiel Katzen. Man scheint jedoch zu vergessen, das genau das Klientel, das den ganzen Mist vorbehaltlos glaubt, im Zweifel das gleiche ist, das hier in D Futterstellen für verwilderte Katzen einrichtet. Auch sollte man im Hinterkopf haben, dass die Koexistenz von Straßenhunden und Wölfen in Italien sehr lange funktioniert hat, parallel zueinander, nicht miteinander. Und wenn es doch zu einem Miteinander kam, war die Nachzucht klar unterscheidbar, oder wurde direkt für Hunde gehalten.

Gehen wir ein Stück weiter, in die Schweiz:
Wir erinnern uns wieder: Angeblich gibt es in Graubünden nachgewiesene DNA von Kanadawölfen, offiziell bestätigt wird dies jedoch nicht. Ich suche inzwischen seit etlichen Tagen Informationen zur Herkunft des Calandarudels… Ich finde nichts… Ich finde einige Problemtiere, die auf das Calandarudel zurückgehen… nicht aber den Ursprung des Rudels… War nicht Graubünden der Kanton mit der gefundenen Kanada DNA?
Das Calandarudel glänzt durch eine starke Rudelgröße, eine hohe Vermehrungsrate und immer wieder auftauchende Problemtiere… Könnte es beabsichtigt sein, dass man sicherheitshalber den Ursprung nicht findet? Um neugierigen und unangenehmen Fragen aus dem Weg zu gehen?
Wieder offene Fragen….

Unsere Großräuber sind auch nicht ganz billig im Unterhalt. Hier ein Artikel über die Kosten des Monitorings:

http://www.suedostschweiz.ch/politik/wolf-und-baer-verursachen-kosten

Darin sind die Schäden, die ausgeglichen werden, nicht enthalten. Man sieht aber gut, wie die Kosten in dem Moment, in dem ein Problemtier auftaucht ansteigen, genau wie die Risszahlen:

http://www.kora.ch/index.php?eID=tx_cms_showpic&file=uploads%2Fpics%2F2013_wolf_schaden_histrogramm.JPG&md5=f36a049dd0b1c0d3f58cdc368222e9e05b530050&parameters[0]=YTo0OntzOjU6IndpZHRoIjtzOjM6IjgwMCI7czo2OiJoZWlnaHQiO3M6NDoiNjAw&parameters[1]=bSI7czo3OiJib2R5VGFnIjtzOjQxOiI8Ym9keSBzdHlsZT0ibWFyZ2luOjA7IGJh&parameters[2]=Y2tncm91bmQ6I2ZmZjsiPiI7czo0OiJ3cmFwIjtzOjM3OiI8YSBocmVmPSJqYXZh&parameters[3]=c2NyaXB0OmNsb3NlKCk7Ij4gfCA8L2E%2BIjt9

Übrigens danke ich der Gruppe Wolf Schweiz herzlich für die ehrlich Auskunft, nun weiß ich zumindest, was ich von dieser Gruppierung zu halten habe, und als was sie uns diese Tiere verkaufen wollen.

Sollte diese Auskunftsfreude weiterhin anhalten, gestatte ich mir noch folgende Frage: Wird für den europäischen Wolf, anders als für den ursprünglichen Canis Lupus Italicus nun ein DNA Profil zugrunde gelegt, welches auch Timber oder Kanada-DNA enthält?

Weshalb wurde der Begriff: „Canis Lupus Italicus“ ersatzlos gestrichen?

weiter nach Frankreich….
An der italienisch-französischen Grenze gab es Sichtungen von Timberwölfen. Die garantiert hierhergeschwommen sind? Oder sind sie des Beamens mächtig?!

Frankreich wendet im Jahr 12 Millionen Euro für den Wolfsschutz auf. 400 Wölfe leben dort. Auch in Frankreich sind die Übergriffe nicht auf die Nacht oder abgelegene Weiden beschränkt. Es gibt Angriffe, die, wie auch in Italien, trotz anwesenden Menschen und Hunden passieren.
6195 getötete Tiere sprechen eine deutliche Sprache, 2500 in 2013, man spricht von 42% aller Weidetiere.

http://www.lefigaro.fr/sciences/2014/08/26/01008-20140826ARTFIG00331-quatre-cents-loups-font-des-ravages-dans-nos-campagnes.php

http://www.lefigaro.fr/sciences/2014/07/10/01008-20140710ARTFIG00140-les-eleveurs-autorises-a-abattre-des-loups.php

Bis Juli 2014 wurden in Frankreich acht Wölfe legal geschossen, gleichzeitig wird von neuen Zuwanderungen aus Italien berichtet… Allerdings findet sich nirgendwo die Information, um welche Art Wolf es sich bei den Neuzugängen handelt. Und doch denke ich, dass das Corpo Forestale (italienisches Forstamt) wohl eher keine Falschangaben machen dürfte.

Nun stellt sich, wenn wir unsere Population in Sachen Schäden und Übergriffe vergleichen, wiederum die Frage: Sind diese Populationen vergleichbar? Weshalb sind die Schadensentwicklungen so, wie sie sind? Weshalb sind „unsere“ verhältnismäßig brav und in den südlichen Gefilden benehmen sie sich wie die Axt im Walde? Und vor allem: Wie können wir erreichen, dass unsere so relativ wenig übergriffig bleiben, wie sie es aktuell sind?

Für einen Wolf ist es völlig normal, gerade im jungen Alter sich unter Umständen auch mal einem Menschen zu nähern, dies belegen u.a. Bilder und Videos aus Schweden.

https://www.youtube.com/watch?v=jJX_BrzFAZE&feature=youtu.be
https://www.youtube.com/watch?v=kZl6MUZzOm8

Auch scheut ein Wolf nicht automatisch menschliche Siedlungsbereiche, sofern er lernt, dass davon keine Gefahr ausgeht. So gibt es z.B. in Rumänien und Russland Rudel, die sich auf Kettenhunde als Beute spezialisiert haben.

Hier ein sehr schöner Artikel dazu, der auch auf die möglichen Ursachen anspielt:

http://predator-friendly-ranching.blogspot.de/2014/11/the-strange-case-of-romanian-livestock.html

Spätestens bei dem Begriff „Family-Pack“ sehe ich spannende Zeiten auf uns zurollen. Man bedenke, jeder der einen Wurf Katzen auf seinem Hof großzieht wird von der Tierschutzlobby unter Beschuss genommen, weil die Katze nicht kastriert war. Was passiert wohl, wenn nun die Schafhalter auf einmal beginnen Herdenschutzhunde im größeren Stil nachzuziehen? Ich kann es mir vorstellen… Mal ganz davon ab, dass es Probleme gäbe, die überzähligen Welpen loszuwerden.

Vielleicht liegt es neben dem Problem, dass unsere Herdenschutzhunde gesellschaftsfähig sein müssen, auch daran, dass der Herdenschutz in den Alpen nur bedingt mit Hunden funktioniert. Oder eben daran, dass die Wölfe aufgrund der Hybridisierung von den hundefreundlichen HSH nicht mehr als solche erkannt werden? Ich schaue immer ganz gerne in die Länder, in denen so etwas funktioniert: Da wäre z.B. die Türkei zu benennen… Dort laufen auch oft unbehirtet Herden mit Hunden durch die Walachei. Große Schafherden, bewacht von 4-6 Kangalen/Karabasch Akbash… Es funktioniert und weshalb funktioniert es? Weshalb erkennen Türken einen Kangal schon als Welpen und weichen großräumig aus? Weil diese Hunde so sind, wie sie sind. Weil diese Hunde früh genug eingreifen. Die Videos: „Wie gehe ich richtig mit einem HSH um?“ zeigen eigentlich schon die mindere Qualität und Unzulänglichkeit der eingesetzten Hunde. Ein Hund, der erst auf 15-20 Meter reagiert, hat gegen ein Wolfsrudel keine Chance. Ein guter Hund, der Feinde nicht näher als ca. 500 Meter an seine Herde lässt, hat in Deutschland aber auch keine Chance. Daher finde ich z.B. die Ideen mit amerikanischen großen Eseln recht interessant. Denn Esel sind a) leichter für die Schäfer in der Stallzeit zu halten, b) nicht so teuer im Unterhalt c) hierzulande, wo in der Regel eingezäunt wird, im Zweifel konfliktfreier.

Bleibt nur zu hoffen, dass es funktioniert.

Es bleibt auch zu hoffen, dass wir einen Weg finden, mit unseren Wölfen zu leben, ohne italienische oder französische Verhältnisse zu bekommen.

Es bleibt zu hoffen, dass wir endlich Antworten erhalten über den Zustand unserer Population.
Es bleibt zu hoffen, dass nicht geschützte Mixe die Überhand übernehmen, für deren Risse vermutlich niemand entschädigt wird.
Es bleibt zu hoffen, dass es in Italien noch europäische Wölfe gibt…

Gastautor für FJD: Anna Malinconia in Zusammenarbeit mit Sergio Jacomella

Bilder: Jürgen Nießen_pixelio.de, Connie de Jong, Carina Ina Janine Greiner-kaiser

Kommentare

4 Kommentare auf "Willkommen Wolf ? Eine kritische Betrachtung"

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Maren
Gast

Viele interessante Beiträge zum Thema Wolf, die, wie im obigen Artikel beschrieben, teilweise verschwiegen bzw. beschönigt werden:
http://www.wolf-nein-danke.de

Ingo
Gast
Interessanter Bericht – viel Neues! Ich kenne mich nicht wirklich mit DNA aus aber da geht es mir wie den meisten – schon mal gehört und ich weiß auch was es ist. Was aber nicht neu ist – ist die Tatsache dass man uns nicht die ganze Wahrheit (Wolf) erzählt. Die Wolfslobby ist einfach so stark das sie das auch nicht mehr müssen. Man hört und liest so viel unterschiedliches das man glauben muss die Jungs haben die Kontrolle verloren. Dass wir jetzt mit dem Wolf leben müssen ohne dass er einen natürlichen Feind hat finde ich nicht gut. Deutschland… weiter lesen »
Imke
Gast
Hallo Ingo, verlässliche Zahlen über die Wolfspopulation zu bekommen ist schwierig, da die Tiere locker 70km am Tag zurücklegen (dh, der Westerwalder Wolf hatte etwa 2000 km Wegstrecke – dafür braucht der nicht mal 3 Monate) und nun mal nicht ins Einwohnermeldeamt gehen. Ein Frage habe ich. Du schreibst: „Ich meine wenn man den Wolf schon auswildert dann sollte er auch ins Jagdgesetz – ganzjährig geschont aber ins Jagdgesetz.“ Was meinst du mit „auswildern“? Hier in Deutschland ist die Auswilderung verboten, alle Wölfe, die wir hier zZ haben, sind eingewandert oder hier geboren. Eine Ausnahme gibt es – 2012 büxte… weiter lesen »
Ilay
Gast

Er meinte wahrscheinlich, illegal ausgesetzt. Das es set was nicht gibt, ist eine Lüge, was aber das Verhalten der Wölfe bei uns auch mit erklären würde.

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