Durch eine internationale Solidarisierung unter dem Slogan „Je suis Charlie“ haben viele Millionen Menschen den Opfern des jüngsten Terrors in Paris gedacht. Unsere Freiheit, das höchste Gut, das wir besitzen und das es zu schützen gilt, ist von Terroristen angegriffen worden. Uns ist auf brutale Weise gezeigt worden, dass diese Freiheit nichts Selbstverständliches ist.
Es ist aber nicht immer der blutige Terror, der unsere Freiheit bedroht. Zur Freiheit gehört das Recht zur freien Meinungsäußerung genauso wie das Recht zum selbstbestimmten Leben. Terror beginnt, wenn uns Minderheiten, denen jedes Mittel recht ist, anderen ihre Meinung, ja ihr Weltbild aufzuzwingen, bevormunden wollen und die Deutungshoheit über Ethik und Moral beanspruchen. Das beste Beispiel für erschreckende Rhetorik und ausgesprochenen Menschenhass ist immer wieder die Tierrechtsszene.

Eine FB-Gruppe namens „Animal Peace“ versucht die schrecklichen Ereignisse und das Zeichen menschlicher Solidarität für sich zu nutzen. Unter dem Slogan „Je suis Huhn“ werben sie mit grenzenloser Geschmacklosigkeit dafür, dass auch ein Nutztier das Opfer des menschlichen Terrors durch Fleischverzehr ist. Der krampfhafte Versuch, das Tier dem Menschen gleichzusetzen, wird durch Überschriften wie „Pädagogen: Hühner unterrichten ihre Küken“ ausgedrückt.

Diese Gruppe vermarktet auch einen weiteren Fall: Auf der Seite „Viva Vegan“ wird der Tod eines Landwirtes gefeiert, der durch einen tragischen Unfall in seinem Stall ums Leben kam. Ein Stier trampelte ihn nieder. Das ausgebrochene Tier wurde anschließend aus Sicherheitsgründen erschossen, das auf der Seite der Gruppe wie folgt beschrieben wird: „Ein Jagdpächter richtete den einzig wahren Anarchisten und Freiheitskämpfer (Anm. d. Redaktion – gemeint ist der Stier) von Bayern mit einem finalen Todesschuss hin.“. Auch hier ist erschreckend, mit welcher Vehemenz man versucht das Tier dem Menschen gleichzusetzen und gleichzeitig das Leben eines Menschen derartig verachtet. Gekrönt wird diese Verhöhnung des menschlichen Lebens durch eine Heroisierung des Stieres „Ein echter Held muss unschuldig sterben, damit er weiterleben kann. Wer sich für einen Gott hält, der vergibt! Wer Ehre hat, kämpft! Rinder-Mann, geh Du voran!!“. Spätestens hier muss jedem aufgeklärten Menschen klar werden, dass es längst nicht mehr um die Tiere geht, sondern um die offensichtliche Existenz einer geistigen Parallelwelt. Einer Welt ohne Verstand und Augenmaß, voller Hass für die eigene Spezies, den Menschen.

Schon längst geht es diesen Gruppen nicht mehr darum, sich für das Wohl der Tiere einzusetzen. Der Slogan „nur die Freiheit ist artgerecht“ zeigt, dass es diesen Menschen nicht um die Tiere geht, sondern um den Verzicht auf jegliche Nutzung. Welchen Geistes Kind die Konstrukteure dieser entmenschten Sichtweise sind, zeigt ein Zitat eines ihrer Ideologen: “Erstens ist ein veganer Nazi besser als ein fleischfressender Nazi.“ (H.F. Kaplan). Ein Schlag ins Gesicht für die Opfer und Überlebenden des Holocaust.

Dieses Gedankengut ist das Produkt einer Überflussgesellschaft, einer Sorte Mensch, die ausblendet, dass für viele Menschen auf der Welt Fleisch die wichtigste Eiweißquelle ist, für wie viele Kinder Milch eine der wenigen eiweißreichen und sauberen Flüssigkeits- und Nahrungsquellen sind?

Das Wohl der Tiere, der Erhalt der Arten, ob wild oder domestiziert, sollte jedem am Herzen liegen. Man muss nicht auf Fleischverzehr verzichten, um dies zum Ausdruck zu bringen. Jeder Mensch hat die Möglichkeit durch seinen Lebensmitteleinkauf die Umstände zu beeinflussen, unter denen Tiere leben oder auch geschlachtet werden. Wir müssen uns alle dafür einsetzen, dass keinem Tier unnötiges Leid widerfährt!

Aber dieses Feld dürfen wir nicht denen überlassen, die unsere Rechte, unsere Freiheit und unsere Würde mit Füßen treten.

Wir sollten uns aber auch für unsere eigene Freiheit einsetzen – für die Freiheit vor der eigenen Haustür!

Wir dürfen nicht zulassen, dass menschenverachtende Organisationen Einfluss auf politisches Geschehen nehmen!

Ohne unsere Tiere wären wir heute nicht dort, wo wir sind. Wir nutzen sie als Arbeitspartner, als Lebensmittel und auch als persönliche Bereicherung in unserem Leben!

Wir dürfen hassgeprägte Rhetorik und fragwürdigen Aktionismus nicht akzeptieren und uns fremde Meinungen aufzwingen lassen!

Wir zwingen keinem unsere Meinung auf, wir respektieren die Freiheit aller.

http://www.viva-vegan.info/home/glossen-und-kommentare/stier-t%C3%B6tet-kidnapper-ein-nachruf/
https://www.facebook.com/animal.peace.medien/photos/a.398239043534843.113925.398234020202012/1048168295208578/?type=1&theater

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Kommentare

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Katja Triebel
Gast

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FJD regt sich zu Recht über diese widerliche und unsägliche Kampagne von Tierschützern auf.

@Heiko Maas und @Thomas Oppermann : hier würden Ihre Adjektive passen, die Sie nach dem Massenmord bei Charlie Hebdo geäußert haben. Bzgl. Pegida, wo lt. TU-Dresden über 50% der Menschen mit Religion nichts an Hut haben, passten sie nicht.