Am 18. 11.2014 nahm ich, wie viele andere auch, an der Regionalkonferenz in Bielefeld teil. Ich war enttäuscht und erschrocken mit welcher Arroganz und Überheblichkeit die meisten der dort angereisten Politiker, insbesondere die der Grünen, ihre verblendete Meinung äußerten.

Wir – mein Jagdfreund Edrik Latzel und ich – kamen bereits auf der Rückfahrt zu dem Schluss, dass wir etwas tun müssen. Mit den Grünen zu diskutieren ist sinnlos. Frau Watermann-Krass von der SPD schien uns bei der Regionalkonferenz als recht umgänglich, insbesondere die Äußerung „sie wolle sich erst einmal informieren“ machte uns Hoffnung.

IMG_0233Ich schrieb die Landtagsabgeordnete per Mail an und lud sie ein, sich unser Revier und das Zusammenspiel von Landwirtschaft, Naturnutzern, (wir haben Jogger, Hundebesitzer, Geocacher, Reiter) und Jägern vor Ort anzusehen. Wir verknüpften mit dieser Einladung den Wunsch, kein PR Termin daraus zu machen, kein Wort zu Verbänden und keine Lokalpolitik. Ebenso versprachen wir, auf ihre kritischen Fragen Rede und Antwort zu stehen.

Einige Tage darauf kam zu unserer Verwunderung eine positive Rückmeldung und wir vereinbarten den 23.01.15 als Besuchstermin. Wie wir wussten, war am 22.01.2015 im Düsseldorfer Landtag die Anhörung.

IMG_0215Am Freitag den 23.01.15 war der Termin für 14:00 Uhr avisiert und sollte ca. zwei Stunden andauern. Ich nehme es vorweg: Es wurden fast 5 Stunden daraus und wäre die Heimfahrt nicht lang gewesen – unser Besuch wäre auch noch länger geblieben.

Bedingt durch die Anhörung die eben just einen Tag vorher stattgefunden hatte, war Frau Watermann-Krass sehr informiert und auf dem aktuellsten Stand der Gesetzesvorlage. Auch Frau Kopp-Herr war im Thema, so dass sich schnell ein reges Gespräch entwickelte. Zusammen besichtigten wir das Revier, zeigten Wildäsungsflächen, Kunstbauten und Naturbauten, Schäl- und Verbissschäden, Schäden am Raps und sprachen mit unserem ansässigen Landwirt über Sauenbejagung am Mais, Wildschadenshöhe und unser Engagement, um den Wildschaden zu dezimieren.

Das Thema jagdbare Arten war ebenfalls ein Schwerpunkt. Hier haben wir versucht zu verdeutlichen, dass eine Korrelation zwischen den jagdbaren Arten herrscht und wir haben aufgezeigt, welchen positiven Einfluss die Jagd darauf hat.

Nicht bewusst war den Politikerinnen, welchen Einfluss die Jagd auf das Thema Biodiversität hat. Anlage von Hecken, Wildäsungsflächen, Teiche, Ansitzstangen für Greifvögel, Wildwarnreflektoren usw. Ich muss dazu sagen, dass wir all dieses in unserem Revier auch tatsächlich angelegt, bzw. installiert haben. Allein die Anzahl der Brutkästen und Fledermauskästen, die auch gepflegt werden müssen, hat großen Eindruck hinterlassen.

IMG_0203Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass wir auch kritische Fragen zur Jagd offen beantwortet haben: Kirr- und Fütterungsexzesse, Schonzeitvergehen usw. Ich denke, wir konnten aber klarstellen, dass es in jeder Gruppierung „schwarze Schafe“ gibt und dass diese nicht als Messlatte für alle Jäger angelegt werden dürfen.

Der Termin endete in unserer kleinen Jagdhütte mit Wildschweinwurst und Hirschschinken, welche reißenden Absatz fanden.

Wir haben das Gefühl, dass einige Bereiche für die Politiker neue Erkenntnisse gebracht haben. Auch was die Akzeptanz der Jagd und die Aktivität im Naturschutz angeht, waren die Politikerinnen sehr positiv überrascht und hatten dies wohl nicht so erwartet. Es bestand bei den Anwesenden durchaus ein starkes Interesse, sich wieder bei uns anzufinden und zusammen einen Ansitz durchzuführen – das allein sagt schon einiges aus. Auch dass die Politikerinnen diesen Termin angenommen und sich offen und ohne Rüstung bei uns informiert haben, fanden wir sehr gut, das verstehen wir unter Volksnähe.

Frau Regina Kopp-Herr hat einen Bericht zu diesem Termin einige Tage später bei Facebook eingestellt mit einem sehr positiven Feedback. Aus dieser Veröffentlichung stammen die Bilder.

Gastbeitrag von Antonio Valverde

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Kommentare

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Katja Triebel
Gast

Vielen Dank für das Engagement. Für Politiker sind Jagd und Waffenbesitz ein Randthema, in dem sie sich nicht auskennen. Deshalb ist es so wichtig, dass alle Eigeninitiative ergreifen, um als Bürger die Politiker von unseren Sorgen und Nöten zu informieren. Der Sportschütze Joachim Nächilla hat dies auch gemacht und den Bundestagsabgeordneten Wolfgang Nešković angeschrieben und eingeladen. Für Nešković waren eine ganze Menge von Fragen, die täglich vor den Schützenvereinen stehen, neu. Daher auch sein Hinweis, dass sich die Vereine nicht allein auf ihre „Lobby-Vertreter“ verlassen sollten, sondern selbst aktiv den Kontakt zur Politik suchen müssten. Nur so könne eine detailgetreue… weiter lesen »

Antonio Valverde
Gast
Antonio Valverde

Sehr geehrte Frau Triebel sie bringen es auf den Punkt. Tatsächlich ist den meisten Menschen nicht bewußt was Jäger und Schützen wirklich tun. Seit Jahren versuchen wir in unserem persönlichen Umfeld die Menschen mit einzubeziehen und offen zu unserer Passion zu stehen. Ich kann mit Fug und Recht behaupten das die deutliche Mehrzahl der NIchtjäger und Nichtschützen die sich auf ein Gespräch, ein Treffen oder einen Ansitz einlassen danach der Sache nicht kategorisch entgegenstehen. Es geht nur durch Öffnung nach Aussen, klare aber freundliche Aussagen und nicht nur Lippenbekenntnisse. Zu oft haben wir nur Stammtischparolen aus der Jägerschaft gehört aber… weiter lesen »

Long
Gast
Long

Danke für euren Einsatz !