Momentan gilt bundesweit die gesetzliche Brut- und Setzzeit. Eine Zeit, in der genau wie zur winterlichen Ruhezeit unsere Umwelt auf unsere Rücksichtnahme angewiesen ist.
Gerade an diesem Punkt geraten wir Jäger immer wieder mit Naturnutzern in Konflikt. Selbstverständlich haben wir nichts gegen Besuch in unseren Revieren. Jedoch leben wir scheinbar in einer Zeit, in der die meisten Menschen das Gespür und das Verständnis für Gesamtzusammenhänge verloren haben und die Natur wie einen extra für sie angelegten Spielplatz konsumieren. Die vielen Feinheiten die wir sehen scheint kaum noch jemand wahrzunehmen. Das Rebhuhn oder die Kiebitzhenne, die vor Kurzem noch am Brüten waren und auf einmal wieder durchs Revier flitzen, so das wir wissen, das Gelege ist hin. Die Ricke, die mit prallem Gesäuge steht, so dass wir wissen, sie hat ihr Kitz/ihre Kitze verloren. Oder manchmal auch seltene Pflanzen über deren auftauchen wir uns gefreut haben… zertreten oder vom Hund ausgebuddelt).

Wenn wir also dazu anhalten, auf den Wegen zu bleiben oder den Hund anzuleinen, weil wir sehen, dass er keine Wegtreue besitzt tun wir das nicht für uns, sondern um es der Tier- und Pflanzenwelt ein kleines bisschen einfacher zu machen. Probleme, die es unserer Umwelt erschweren und die nicht abstellbar sind, haben wir genug. Sie entstehen durch den Umstand, dass wir Menschen uns von A nach B bewegen wollen (Straßen und Trassenbau), Energie benötigen, (Energiegewinnung), den Rohstoff Holz nutzen (Durchforstung), Essen müssen (Landwirtschaft) oder auch einfach dadurch, dass Stechmückenplagen bekämpft werden oder die Hunde weder Flöhe noch Zecken heimbringen sollen, sowie nicht verwurmt sein sollen.

Rechtliche Rückendeckung hierbei bekommen wir vor allem durch das Naturschutzgesetz, aber auch durch das Jagdgesetz, das Bundeswaldgesetz (§14 BWG) und das Wasserhaushaltsgesetz (§23WHG). Das Naturschutzgesetz gestattet nur Aktivitäten, die die Umwelt nicht belasten. So können und werden auch in einigen Ländern Tätigkeiten wie Reiten, Modellflug, oder sogar das Spielen eingeschränkt.
Ihr seht… Alles nicht so einfach…

Übrigens begründet das Betretungsrecht auf der Erholungssuche des Menschen. Dies beinhaltet weder den Bewegungsdrang des ( vielleicht nicht wegtreuen) Hundes, noch die zu lange Standzeit der Motocrossmaschine.
Apropos Hund: Gewerbliche Veranstaltungen sind generell genehmigungspflichtig, erst Recht, wenn ihr Ziel nicht in erster Linie der Erholung, sondern der Hundeerziehung gilt. Das heißt… theoretisch könnten wir jede Hundeschule, jedes Mantrailerseminar, jeden Fährtenlehrgang sehr abrupt beenden und anzeigen.

Wir tun es in der Regel nicht, da auch wir Menschen sind und unsere Hunde lieben. Aber wir würden uns wünschen, dass ihr solche Veranstaltungen mit uns absprecht, um unsere menschlichen Spuren so gering zu halten, wie es geht. Genauso beläuft es sich mit dem Anlegen von Futterstellen und dem Aufstellen von Lebendfallen für entlaufene Hunde und streunende Katzen. Beides stellt gleich mehrere Verstöße gegen das Jagdrecht dar.
Aber ernsthaft. Glaubt ihr nicht, dass auch wir daran interessiert sind, das solche Tiere wieder dahin kommen, wo sie hingehören, nämlich in ihre menschliche Obhut?

Die Idee zu diesem Artikel kam durch mehrere Faktoren:
1. ungenehmigtes Offlineseminar einer Hundeschule pünktlich zu Beginn der Brut- und Setzzeit.
2. Hundehalter, die sich trotz ungehorsamen Hunden immer wieder auf: „Hier gibt es keine Leinenpflicht“ berufen
3. Die Häufung von Rissen zum aktuellen Zeitpunkt
4. Dem Antreffen von Wildcampern, die auch noch tütenweise Müll hinterlassen haben.

Wir sind zwar nicht die Herrscher der Felder und des Waldes, aber wir sind für unsere Umwelt und ihren Schutz verantwortlich. Das ist unser moralischer und gesetzlicher Auftrag. Und ich glaube, ich liege nicht allzu verkehrt, wenn ich vermute, dass im Grunde seines Herzens niemand sich weitere gesetzliche Einschränkungen des Betretungsrechts wünscht. Denn genau dies dürfte die Folge sein, wenn das allgemeine Betretungsrecht dazu missbraucht wird, sich in unserer Umwelt buchstäblich wie der Elefant im Porzellanladen zu benehmen.

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