ein Erlebnisbericht eines Nichtjägers:

Gerne folge ich der Einladung von Falk Hennigs, ihn mal bei der Krähenbeize zu begleiten. Kurz vor der Beizjagd füllen wir noch Futter in einige Rebhuhnfütterungen. Obwohl die Rebhühner in NRW nicht bejagt werden dürfen, kümmern sich Jäger um diese bedrohten Feldhühner. Das überrascht mich.

12030251_897390003682737_5037532641369624261_oWir befüllen gerade die letzte Rebhuhnfütterung und sehen einen Rabenkrähenschwarm, der auf den Feldern nach Futter sucht. Rund 100 Metern vom Schwarm entfernt, befindet sich eine kleine Baumgruppe. Laut Falk Hennigs eine sehr gute Gelegenheit für den Falken Beute zu machen. Er schildert mir, dass die Krähen vor dem Falken in die Bäume flüchten werden, der Falke hoch in den Himmel über die Krähen fliegt und darauf wartet, dass wir dem Falken eine oder mehrere Krähen rausscheuchen. Eine gute Gelegenheit den atemberaubenden Jagdflug eines Wanderfalken mit meiner Videokamera festzuhalten.

„Jacky“, Falks weiblicher Wanderfalke, jagt die Krähen an, „schraubt“ sich hoch in die Lüfte und wartet bis wir ihr eine Krähe aus den Bäumen treiben. Alleine das hätte ich schon nicht für möglich gehalten, dass ein Greifvogel mit seinem Falkner so ein Team bildet, um gemeinsam Beute zu machen. Wir rennen zu der Baumgruppe und scheuchen eine Krähe raus. Unmittelbar vor mir klatscht es plötzlich so laut, als ob jemand mit voller Wucht in die Hände klatscht. Doch dies ist die Wucht des Aufschlags des Falken, mit der er aus dem Himmel auf seine Beute stößt. Unvorstellbar und nur für den nachzuempfinden, der dies mal selbst erlebt. Wir hocken uns neben den Falken und seine Beute. Ein bewegender und emotionaler Moment, da die Faszination des herrlichen Wanderfalkenfluges und der Respekt vor der erbeuteten Krähe hautnah gegenwärtig ist. Da fällt mir nach einiger Zeit der Besinnung meine Videokamera wieder ein. Nichts habe ich aufgenommen. Ich bin von der Situation völlig überwältigt und plötzlich so eingebunden, dass ich keinen Gedanken an das Filmen verschwende.

11048680_897389817016089_2590142575912493203_oZum Schluss darf ich „Jacky“ samt Beute auf die Hand nehmen und Richtung Auto tragen. In diesem Moment wird mir klar, Jagd ist völlig anders als man hierzulande häufig hört oder liest. Dieser respektvolle Umgang mit und in der Natur ist etwas ganz Besonderes.

Ich möchte Falk Hennigs vom Verband Deutscher Falkner NRW an dieser Stelle ganz herzlich für dieses unvergessliche Erlebnis danken!

Kommentare

2 Kommentare auf "Mit dem Falkner im Revier"

avatar
Sortiert nach:   neuster | ältester
Gerald Kinscherff
Gast
Liebe Jäger, ich habe heute den Bericht „Jäger wehren sich“ in der Rheinpfalz gelesen. Ich gebe zu, ich bin auch nicht gerade ein Freund der Jagd, gleichwohl glaube ich, hat sie Ihre Bedeutung in dem Ökosystem unserer Zeit. Insofern ist es dringender denn je, dass Sie und Ihre Kollegen die Menschen abholen und ihnen aufzeigen, welche Aktivitäten ein Jäger hat, denn er hat nun leider immer noch das schlechte Image des, ich übertreibe es einmal, herumballernden Tiermörders, wie in der Zeitung beschrieben. Um diesen Zustand zu ändern Bedarf es m.E. allerdings weit mehr Aktivitäten als nur dieser eine Zeitungsbericht. Man… weiter lesen »
fjd
Editor
Sehr geehrter Hr. Kinscherff, dass die Öffentlichkeitsarbeit unserer Verbände zu wünschen übrig ließ, hat nicht zuletzt zu unserer Gründung geführt. Allerdings stelen sich dabei zwei grundlegende Probleme. 1. ist es tatsächlich aufgrund unserer Struktur, jedes Revier arbeitet ja nach seinen eigenen Vorgaben und entsprechend der lokalen Gegebenheiten, schwierig alle Aspekte darzustellen und 2. kann man nur abholen, wer sich abholen lässt. Jemand, in dessen Kopf das von Jagdgegenern und Peta vorgefertigte Bild des grenzdebilen alkoholabhängigen Trophäenjägers ist, der wird sich nicht abholen lassen, der nimmt Angebote wie „gemeinsam Jagd erleben“ oder ähnliches nicht an. Wir Jäger erleben Momente, wie sie… weiter lesen »
wpDiscuz