Zu dem Artikel über die Rezension des Buches von Kaj Granlund erreichte uns folgender, eigentlich außer Gehässigkeit inhaltsloser, aber entlarvender Kommentar: (sh. auch dort).

Autor: Christian Berge
Kommentar:
Hier die Fakten über Granlund:

Kaj Granlund

– Elektroingenieur
– Unternehmer
– Betreibt den Elektronikauftragsfertiger Nanomatic (www.nanomatic.fi)
– Keine nachweisbare wissenschaftliche Expertise zu Wölfen
– bekannter Wolfshasser und Verschwörungstheoretiker in Finnland
– gehört zum Netzwerk Taajamasusi (http://www.taajamasusi.com/) – eine
Gruppe von extremen Wolfshassern und Verschwörungstheoretikern
– versucht durch falsche Angaben Angst zu schüren, Beispiel: in
Deutschland sei es illegal, Beeren aus dem Wald zu sammeln und zu essen
wegen Infektionsgefahr mit Echinococcus
– sein „Buch“ „Das Europa der Wölfe“ lässt er auf eigene Kosten drucken
und verkauft es über seinen Webshop. Kein Verlag hat das angenommen

Man mag darüber denken, wie man möchte, aber grundsätzlich sieht wissenschaftlicher Diskurs anders aus. Leider ist dieser Kommentar symptomatisch für die ganze Wolfsdiskussion. In keinem Fachgebiet gibt es so viele sinnfreie Verquickung von wissenschaftlichen und pseudowissenschaftlichen Inhalten, ideologisch motivierte Halbwahrheiten, Emotionen und Vorurteile.

Hier beschuldigt nun ein Dilettant den anderen des Dilettantentums.
Nun die Fakten über Berge

Christian Berge

– Rechtsanwalt
– selbsternannter „Anwalt der Wölfe“
– Züchter und Vermarkter von Wolfshunden – stehen hier wirtschaftliche Interessen im Vordergrund?
– Keine nachweisbare wissenschaftliche Expertise zu Wölfen
– ruft in sozialen Netzwerken öffentlich zu Repressalien gegenüber Menschen auf
– betreibt eine absolut verharmlosende Darstellung des Konfliktpotentials zwischen Mensch und Wolf.

Wie ernst kann man einen Juristen nehmen, der nach einem Zwischenfall zwischen Wolf und Hund die betroffene Familie in sozialen Netzwerken einem Lynchmob mit Namen, Adresse und Telefonnummer überantwortet? In einer Form, die sogar Abgeordnete des niedersächsischen Landtages auf den Plan rief?

Seine Äußerungen zeigen ein Bild maßloser Ignoranz und Selbstüberschätzung. Ist ein Jurist mehr Ethologe respektive Wolfsforscher als ein Ingenieur?

Aber das ist im Lager der Jagdgegner und Wolfsfreunde nichts Neues, Informatiker, Verkäufer und Hausfrauen tummeln sich dort nach absolvierter Schule des Lebens oder der Baumschule voller Sachverstand über unser Wild, dessen Verhalten und die Jagd. Woher sie das haben, sei dahingestellt, denn bereits das Aufsuchen und Nachstellen und sei es mit der Kamera, ist de facto die Ausübung der Jagd. Also Leute – macht den Jagdschein – dann reden wir weiter.

Granlund hingegen legt übrigens ausdrücklich Wert darauf, sein Buch als eine zusammenfassende Literaturstudie verstanden zu sehen. Deshalb enthält es auch Quellenangaben, auf die sich der Inhalt stützt, von Bibikov (auf den sich Hr. Berge auch gelegentlich bezieht) bis Radinger.

Fast genauso lang ist die Liste von Personen mit Rang und Titeln in diversen Fachgebieten (Genetik rund um den Wolf, die am Buch mitgewirkt haben, wie

Matthew Cronin, Ph.D, Research Professor of Animal Genetics; University of Alaska;
Mary Curtis, Ph.D. C.W.F.S., Genetics U.S.F.W.S. National Fish and Wildlife Forensic Laboratory
Susan Crockford, Ph.D., Zoology, Evolutionary Biology, Archaeozoology, University of Victoria , B.C., Canada
Valerius Geist Ph. D., Prof. emeritus der University of Calgary, Faculty of Environmental Design,

um nur einige Namen aufzuführen….

 

Lediglich die Untersuchungen zur Morphologie von Wölfen und Hybriden (die es laut Hr. Berge gar nicht gibt) stammen von Granlund persönlich.

Und selbst wenn dieses Buch nicht in Hr. Berges Weltbild passt, es ist da. Es kann jetzt Gegenstand eines sachlichen wissenschaftsbasierten Diskurses werden. Um dies umzusetzen, sind sowohl gewisse fachliche Fähigkeiten als auch die Bereitschaft, andere Meinungen zumindest in Erwägung zu ziehen, notwendig. Aber, wie der Kommentar uns zeigt, fehlt hier dazu sowohl Input als auch die Fähigkeit.

Frohes Wolfs…ach nein – Hundekuscheln!

Kommentare

1 Kommentar auf "Von Experten usw. – ein Nachtrag"

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Dirk W
Gast

ich dachte er war Rechtsanwalt und hat seinen Beruf aufgegeben ?

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