Titelbild aus: http://www.wildtiermanagement.com/fileadmin/ljn/nutztierrisse.pdf

Gedanken einer Mutter, die mit ihrer Familie in einem Wolfsgebiet in Niedersachsen wohnt.

Anbei mal zwei Artikel aus den letzten Tagen als kleine morgendliche Lektüre, die ganz gut aufzeigt, was in Niedersachsen zu Beginn der neuen „Wolfs-Sichtungs-Saison“ jetzt scheinbar Tenor ist: Der Wolf in Niedersachsen sei ja nur ein von gewissen Parteien hochgepuschtes Stimmenfangthema im niedersächsischen Kommunalwahlkampf. Grade der NDR sollte es eigentlich besser wissen: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/kommunalwahl_niedersachsen_2016/Kommunalwahl-Mit-dem-Wolf-auf-Stimmenfang,wolf2618.html

Als hätte man das konterkarrieren wollen, heute der Bericht der AZ Uelzen zu den Schafsrissen in Niendorf von letzter Woche (Niendorf ist ein kleines Dorf in der Gemeinde Bienenbüttel am Nordrand des Landkreises Uelzen an der Grenze zum Landkreis Lüneburg) : http://www.az-online.de/uelzen/bienenbuettel/ende-einer-schafzucht-6704171.html

Das Erstaunliche daran: Klaus Bullerjahn (das ist einer der beiden Wolfsberater mit der abgelehnten Versuchs-Fangfalle bei Rheinmetall …) fordert nun öffentlich, dass Nutztierrisse „ohne Bedingungen“ zu erstatten seien.

Das Interessante daran:

Herr Bullerjahn bekommt als Wolfsberater vor Ort zunehmend die Stimmung in der Bevölkerung mit. Während die weit weg in Hamburg sitzende NDR-Redaktion noch über „Wahlkampfgetümmel“ schwadronieren und versuchen kann, das Thema klein zu kochen (wenn das nicht mehr zieht, dürfte der letzte Schritt wohl sein, Wolfskritiker per se in die rechte Ecke zu rücken),  ist dem 100%igen Wolfsfreund Bullerjahn scheinbar klar, dass hier grade entscheidende Weichen für den zukünftigen Umgang mit denjenigen Bevölkerungsteilen gestellt werden, die mit diesem Tier leben müssen. Wissend, dass das langfristige Auswirkungen auf den Wolf hat. In der Realität und nicht auf geduldigem Papier, auf dem dann die „illegalen Nachstellungen“ beklagt werden und ansonsten die Sachlage als doch „völlig entspannt in der Bevölkerung“ bezeichnet wird. Ich bin mal gespannt, wann er seinen nächsten Beitrag bei Jürgen Vogler in Wolfsmonitor dazu abgibt. In der Regel folgt so etwas auf dem Fuße, wenn Bullerjahn etwas loswerden will …

Nebenbei: ich habe gestern auch mal wieder Wolfsanblick gehabt. 🙁

Seit mein Mann mir am Sonntag berichtete, er habe in der vergangenen Woche auf der Rückfahrt vom Ansitz bei uns am Sportplatz (200m Luftlinie zu unserem Haus) einen Wolf vor dem Auto gehabt , habe ich meine Augen aufgehalten. Gestern Abend gegen 22 Uhr konnte ich dann eines dieser Tiere direkt am Ortsrand an der Straße beobachten, als ich von einer Sitzung nach Hause fuhr. Ich bin langsam vorbeigefahren (die Stelle wäre viel zu unübersichtlich und verkehrsgefährdend gewesen, um anzuhalten) und konnte daher leider keine Bilder machen. Aber eindeutig einer unserer „Heidewölfe“, die hier schon öfter gefilmt und fotografiert wurden. Das erklärt auch das Verhalten unserer Fußhupe in den letzten Tagen, der öfter mal knurrend vor der Terassentür saß oder beim Öffnen selbiger wie ein geölter Blitz Richtung Gartenzaun raste. Das tut er sonst nie !

Die Kinder dürfen daher übrigens zur Zeit mal wieder nicht mehr alleine raus (schon gar nicht mit dem Dackel) und sind echt sauer, weil sie sich sonst immer mit anderen auf dem Sportplatz zum Bolzen treffen. Man ging einfach zum Sportplatz und schaute, wer schon dort war. Jetzt müssen sie sich wieder organisiert zusammentelefonieren, um gemeinsam dorthin zu gehen. Wenn sie es denn von Zuhause aus überhaupt gestattet bekommen. Die Kids hier im Ort finden das alles andere als lustig …

Ach so: Muss ich noch erklären, dass es diese Wölfe, ähnlich wie in Niendorf bei den Rissen in der letzten Woche, hier offiziell eigentlich gar nicht gibt, obwohl ständig über Sichtungen berichtet wird ? Sie werden uns nach wie vor als „durchziehende Einzeltiere“ – und daher wohl als „völlig harmlos“- verkauft.  🙁

 

Autorin der Redaktion bekannt

Titelbild: Auszug aus http://www.wildtiermanagement.com/fileadmin/ljn/nutztierrisse.pdf

 

 

Kommentare

2 Kommentare auf "Stimmen der Basis – Leben im Wolfsgebiet"

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Forte
Gast

Dass die Kids nicht mehr raus dürfen ist aber alleine die Schuld der Helikoptereltern, nicht die Schuld des Wolfes.

Eckehard Vertins
Gast

Und wenn dann einem Kind mal was passiert ist es auch die Schuld der Eltern ? Weil sie nicht genug aufgepasst haben ?
Schön, wenn man für alles ein und den selben Schuldigen hat.

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