Der Wolf ist tot, der Wolf ist tot…. So dachte sich wohl ein dänischer Jagdgast des Landesforsten Brandenburg. Die Reaktionen auf diese Nachricht waren – wie soll man das ausdrücken?! – verwunderlich bis bezeichnend!

Betrachten wir die Situation einmal nüchtern. Was haben wir da?

1. Eine klassische „Bezahljagd“ des Landesforstes – soweit erstmal nicht ungewöhnlich. Hat mit der Pachtjagd im Reviersystem erstmal nichts zu tun.
2. Einen Fehlabschuss, der alles andere als mit unserem Jagd- und Naturschutzrecht vereinbar ist. Soweit besteht Einigkeit.
3. Einen Jagdleiter, welcher den Schützen anzeigt und damit die ihm zur Verfügung stehenden Rechtsmittel anwendet.
Nur… wie konnte es dazu überhaupt kommen?
Auch hier gibt es nur 3 Möglichkeiten:
1. Entweder war der Schütze blind, schusshitzig oder
2. ignorant und hat sich absichtlich über die Anweisungen des Landesforstes hinweggesetzt oder aber
3. er war nicht richtig eingewiesen.
Es ist nicht realistisch, einen Wolf mit einer Sau oder gar einem Reh zu verwechseln. Es ist auch nicht intelligent, einen Wolf absichtlich illegal auf einer staatlichen Gesellschaftsjagd zu schießen, wo es auffallen muss und wird. Schließlich darf er das in anderen Nachbarländern ganz legal tun. Also bleibt eigentlich nur die letzte Möglichkeit, dass der Schütze aufgrund von Sprachproblemen oder aus mangelnder Einweisung davon ausging, dies zu dürfen.

Hier wird es nun Zeit, zu den Reaktionen auf diesen traurigen Vorfall zu kommen. Mit an vorderster Online – Front:
– die ewig auf Marketing bedachten ÖJV- Mitglieder (selbstverständlich in Amt und Würde). Auf einmal spielt es keine Rolle mehr, wo das passiert ist – man stelle sich vor, das wäre in einem Privatrevier passiert. Aber solange da Landes oder Staatsforst steht… alles „ab untern Teppich“ aha…

– geschossen hat ein Jäger… Richtig… Einer der, wie wohl die meisten ÖJV-ler selbst, auch Abschüsse kauft, ohne Verantwortung zu übernehmen. Einer, der vom Landesforst als Jagdfähig eingestuft wurde und an den ein Platz vergeben wurde.
Aber anstatt zu hinterfragen, was und wo es denn verkehrt gelaufen ist, kommt die ewig gleiche Leier: man sollte Jäger nicht mit dem Schutz gefährdeter Arten betrauen.  Hat man in diesem Fall auch nicht.

Aber –
Ob der ÖJV wohl die IUCN-Einstufungen kennt, in denen das Muffel im Gegensatz zum Wolf als gefährdet eingestuft ist?
Ob dem ÖJV wohl bewusst ist, dass eigentlich der Jagdleiter genauso verantwortlich ist, was auf seiner Jagd passiert, auch wenn natürlich in erster Linie der Schütze für seinen Schuss verantwortlich ist (Stichwort Müritz/Jagszent?)

Dann… Die lieben „Kollegen“ Wie oft haben wir in den letzten Stunden Waidmannsheil und gnadenlose Häme lesen müssen? Ja… Seid ihr eigentlich noch zu retten?
Selbstverständlich sind wir generell für die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht (einfach, weil er eine heimische Art ist) und uns dessen bewusst, dass er a) als Spendenfänger missbraucht wird b) ein Politikum ist c) in keinster Weise vom Aussterben bedroht ist d) irgendwann eine Regulation nötig sein wird. Aberihr wisst schon was ihr da schreibt? Denn… man kann doch nicht ernsthaft jemanden zu einem Verstoß gegen das Jagd- und Naturschutzrecht gratulieren? Und das dann auch noch öffentlich?

In unseren Augen könntet ihr sogar mit ursächlich für diesen Fehler sein. Denn: Wie soll denn bitte jemand, der unter Umständen der deutschen Sprache nicht mächtig ist sich dessen bewusst sein, dass eben der Wolf hierzulande geschützt ist, wenn unter jedem illegalen Abschuss solche Kommentare stehen? Wollt ihr den ausländischen Kollegen unbedingt an den Jagdschein? Mal ganz davon ab, dass derartige Äußerungen tatsächlich ein unterirdisches Bild in der Öffentlichkeit abgeben und die sachliche Arbeit von Jahren zunichtemachen.
Mit Verlaub gesagt: So etwas könnt ihr am Stammtisch vom Stapel lassen, wenn es euch etwas gibt, aber doch bitte nicht öffentlich kommunizieren. Bei allem verständlichen Unmut über das derzeitige „Politikum Wolf“ es darf dann doch etwas mehr Contenance sein. Bei solchen Äußerungen muss man sich nicht wundern, wenn man für einen Neandertaler gehalten wird – wirklich nicht.

In diesem Sinne:
Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Deine Worte!
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Deine Taten!
Achte auf Deine Taten, denn sie werden Deine Gewohnheiten!
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter!
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal!

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