Sehr geehrte GrünInnen,

am vergangenen Dienstag hat ihr Parteifreund, NRW Umweltminister Johannes Remmel, einen Entwurf zur Umgestaltung des aktuellen Landesjagdrechts in ein sogenanntes „Ökologisches Jagdgesetz“ vorgelegt. Wie es zu erwarten war, wurde dies perfekt medial inszeniert und die Tagespresse war glücklich, dass bald vielleicht keine Katzen mehr geschossen werden dürfen. Die wirklich wichtigen Inhalte mit Folgen für Landwirtschaft und Wild fielen dabei (gewollt?) dem Populismus zum Opfer.

Ohne hier auf öffentlich nicht kommunizierte Details eingehen zu wollen, wie zum Beispiel die Tatsache, dass eine GRÜNE Vorstellung von ökologischer Natur keinen Platz für Sika- oder Muffelwild bietet oder dass unsere Rehe nun stärker bejagt werden sollen, damit der Waldprofit gesichert ist, richtet sich unser aktuelles Entsetzen eher an einen Schriftverkehr, der uns zugespielt wurde.

In dieser Mail, die von einem Mitglied des Landtages aus Ihrer Fraktion an „Freundinnen und Freunde“ verschickt wurde, geht es in erster Linie um die Vorstellung des Gesetzentwurfes. Bereits in der Einleitung verkündet man stolz das Ergebnis einer harten Arbeit:

„Diesem Entwurf ist ein lange andauernder Dialog mit ExpertInnen aus den Bereichen Jagd, Tierschutz und Naturschutz vorausgegangen, der vom Ministerium moderiert wurde. Der weit überwiegende Teil der Themen konnte dabei im Konsens mit Naturschützern und Jägern gelöst werden.“.

Das klingt doch zunächst vielversprechend, denn ein Konsens bedeutet, dass alle Interessen nach Möglichkeit gewahrt werden. Da Jagd ohnehin aktiver Naturschutz ist, dürfte ein solcher Konsens ja auch keine allzu großen Probleme verursacht haben. Merkwürdig nur, dass die Kernpunkte der Veränderungen ausschließlich als GRÜNE Idee zusammengefasst und begründet werden. Schnell wird klar, dass GRÜNE Ideologie mit Hilfe parteierprobter Verbotspolitik durchgesetzt werden soll. Der Autor besagter Mail fasst mit oberflächlichen Argumenten zur Schaffung eines praktikablen Halbwissens, einen 110 Seiten umfassenden Entwurf in ein paar Sätzen zusammen – geflissentlich die Bedürfnisse nachhaltiger Jagd und moderner Landwirtschaft ignorierend. Schließlich will man unter Freundinnen und Freunden ja auch eine entsprechende Basis schaffen, um dann gemeinsam ideologische Parolen schmettern zu können.

Was uns dann allerdings sehr unangenehm auffiel, ist der abschließende Wortlaut, der gut beleuchtet, wie ernst die Grünen ihre Verhandlungspartner nehmen bzw. wie sie gewichtet werden. Im Originaltext heißt es:

„Ich hoffe, dass ich euch mit diesen zeitnahen Informationen helfen kann, dem „Getöse“ der Jäger mit guten Argumenten entgegenzutreten.“

Wenn man also ein Gesetz auf Augenhöhe und als Konsens erarbeitet hat, fragen wir uns was dieser Satz zu bedeuten hat. Jagd ökologisch zu betreiben ist seit je her die Aufgabe der Jäger, Biodiversität zu wahren und Habitate zu schaffen, zählen zu unseren Kernpflichten.

Die GRÜNEN haben die Ökologie nicht erfunden.

Unter Getöse versteht man lt. DUDEN eine abwertende Bezeichnung für Lärm!

Sind Jäger wirklich Ihre Partner auf Augenhöhe?

Entspricht es Ihrer Vorstellung von Demokratie, eine Interessensgruppe, die angeblich in Gesetzesentwurf und Meinungsbildung eingebunden ist, als lediglich laut schallende Lärmmacher abzuschreiben, die überstimmt und ignoriert werden können?

Nein, dieser Satz ist stellvertretend für eine belehrende und ignorante Klientelpolitik, die es nicht nötig hat, sich an der Praxis zu orientieren. Jäger als Bewahrer von Traditionen und Werten, als Praktiker mit langer Erfahrung, passen nicht in Ihr ideologisch gefärbtes Weltbild, genauso wenig wie die Knospenbeißer. Beiden soll – wenn es nach den GrünInnen geht – auf lange Sicht das Handwerk gelegt werden!

In Erwartung einer kurzfristigen Rückmeldung verbleiben wir mit den besten Grüßen

Initiative „Für Jagd in Deutschland“

www.fuerJAGD.de
www.facebook.com/fuerJAGD

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