Keine Hunde an Jäger?

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Keine Hunde an Jäger?
http://www.pnp.de/region_und_lokal/stadt_und_landkreis_passau/passau_stadt/2152517_Passauer-Tierheim-gibt-Jaegern-keine-Hunde-weil-sie-nicht-tierlieb-seien.html

Offenbar scheint es gängige Praxis in vielen Tierheimen zu sein. Jägern soll man keinen Hund überlassen, auch nicht mit Ihnen zusammenarbeiten.  Warum eigentlich nicht?

13728344_10155111041889698_1669957508_oHunde sind am glücklichsten, wenn sie gemeinsam mit einem geliebten Menschen eine Aufgabe erfüllen, sei es Schafe hüten, Agility, Mantrailing oder eben auch die Jagd. Auch für Hunde ist nicht nur die physische Gesundheit wichtig, sondern auch die psychische. Und gerade die ist dann gewährleistet, wenn der Hund sich artgerecht verhalten und beschäftigen kann, weil durch die Zucht fixierte Anlagen ausgelebt werden dürfen und müssen. Ansonsten wird eben die psychische Gesundheit möglicherweise gefährdet. Aber natürlich ist ein Jagdhund, der seit Jahrhunderten auf die dafür notwendigen Anlagen gezüchtet worden ist, vielleicht sogar geprüft und ausgebildet worden ist, mit „Dogdancing“ völlig ausgelastet.

Tierheime sind öffentliche Einrichtungen, sie werden oft kommunal unterstützt und gefördert. Auch von Jägern.
Aber natürlich lässt sich anders prima Stimmung machen.
13730487_1392151354135582_1342036065_oWie verlogen ist es eigentlich, Hunde aus dem Ausland zu retten, überfüllte Tierheime zu produzieren und sich nicht mal das Futter leisten können…… anstatt das Übel vor Ort an der Wurzel zu packen. Hauptsache die Menschheit ist tief berührt und spendet. Lieber gibt man einen unerzogenen, verängstigten Straßenhund an völlig unerfahrene und überlastete Menschen ab und postet Bilder wie glücklich dann die Hunde seien. Wenn sie nicht gerade innerhalb der ersten paar Tage weglaufen, weil sie mit ihrer veränderten Lebenssituation völlig überfordert sind.
Verlogene Welt, falsch verstandene Tierliebe…….

Liebe Jäger, meldet doch bitte ähnliche Erfahrungen mit Tierheimen bei uns, wir werden eine Liste erstellen und veröffentlichen……… kurz und einfach….

Außerdem fordern wir Jagdhundehalter auf, eine E-Mail an das Passauer Tierheim zu senden und diese in CC auch an die Passauer Neue Presse, die hier übrigens sehr sachlich und informativ berichtet hat. Wir möchten damit gern auf sympathische Art und Weise zeigen, wie das Stimmungsbild wirklich ist.

 

Als Muster kann der folgende Text dienen, dem noch ein oder zwei Fotos des glücklichen Hundes beigefügt werden.

Die E-Mail-Adresse des Tierheimes ist:  info@tierschutzbewegung.de

Die Adresse der Passauer Neue Presse wäre: passau@pnp.de

Mustermail

Sehr geehrte Frau Machowetz,

im Anhang übersende ich Ihnen zwei (oder wie viele dann auch immer) Bilder meines Hundes XXXXX

Er ist ein von mir selbst jagdlich geführter (Rasse).

Er lebt im Kreise unserer Familie – wie zu sehen – glücklich und zufrieden.

Er begleitet mich nicht nur samstags auf die Jagd!

Er wurde von einem wunderbaren Züchter bereits im Welpenalter an Kinder und Menschen gewöhnt. Und dieser Züchter – selbst Jäger – stand mir von der Auswahl des Hundes bis zur Brauchbarkeitsprüfung mit liebevollem Rat und Tat zur Seite.

Vielleicht wäre es sinnvoll, nicht alle Menschen über einen Kamm zu scheren. Zumal ich eine Vielzahl von Jägern im Freundes- und Bekanntenkreis habe, deren Hunde hoch geschätzte Familienmitglieder und Jagdkameraden sind! Und eben nicht, wie Sie es bezeichnen, „Mittel zum Zweck“. Das schließt schon der Begriff „Kamerad“ aus.

Der überwiegende Teil der Jägerschaft weiß, was er an seinen Kameraden hat: Eine Nase, wie sie besser nicht sein könnte, um z.B. verunfalltes Wild schnell und sicher finden und ggf. erlösen zu können, sowie einen Freund und Partner fürs Leben.

So halten es die meisten von uns mit dem Satz von Franz von Assisi: „Dass mir der Hund das Liebste sei, sagst Du, oh Mensch, sei Sünde? Der Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.“

Artgerechter und liebevoller als bei einem verantwortungsbewussten Jäger kann also wohl kein Hund gehalten werden, dessen ureigener Auftrag es ist, seiner Passion nachzugehen. Bei uns Jägern darf er das! Und wird genau dafür geliebt und geachtet – und ebenso behandelt.
Waidmannsheil

Ihr XXXXX

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neuster
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Bibi

Ich hab zu meinem Betrag untennoch nen Nachtrag: Was ich nicht verstehen will/kann: Da sagt die Dame desPassauerTH´s dass man nicht alle Jäger überprüfen kann… Ähm es reicht doch denjenigen zu Überprüfen der Interesse am Hund hat, und ob das nun ein Jäger oder ein normaler Hundehalter ist… der Aufwand ist doch der selbe?!?

Peter

Also wir bei uns im Tierheim machen Kontrollen immer erst nach der Vermittlung. Vor der Vermittlung wird vom Interessenten ein Fragebogen ausgefüllt, dessen Angaben im Anhang des Vermittlungsvertrages als verbindlich gelten. Der Aufwand für die Kontrollen unterscheidet sich bei uns nur am Wohnort des neuen Hundebesitzers, da wir nicht für jeden Ort einen Kontrolleur (meist Ehrenamtliche) haben.

Peter

Nochmal ein Nachtrag in Bezug auf den Auslandstierschutz und das „profitieren“ durch den Mitleid der Menschen:

Wenn ich mir in Bezug auf den Auslandstierschutz die heutige Situation anschaue, liegt das Problem vorallem bei dem überall aus dem Boden sprießenden „Tierschutzvereinen“. An jeder Ecke kann man heute einen Auslandshund „kaufen“, den man wenn überhaupt nur auf einem Bild vorher gesehen hat. Hier ist der springende Punkt indem der Gesetzgeber mal einspringen muss. Alleine das schaffen der Prüfung und Genehmigung durch den Sachkundenachweis nach §11 reicht nunmal nicht aus um den Hunderettwahn vieler „Tierschützer“ zu begrenzen.

Wir als Tierheim MÜSSEN existieren. Wenn wir nicht wären, gäbe es viele Fund- und Wildtiere die keinen Hilfe finden würden. Hier fehlt es aber an der richtigen Unterstützung der Komunen. Denn das Geld was für die Betreuung dieser Tiere gezahlt wird, reicht vorne und hinten nicht aus.
Die reinen Auslandsvereine helfen natürlich auch dem einzelnen Individuum, schaden aber durch ihre Vermittlungswut den richtigen Tierheimen in Deutschland.
Ja auch wir als Tierheim holen desöfteren Hunde aus dem Ausland. Warum? Ganz einfach weil die Realität so ausschaut, dass die Hunde welche wir als Abgabehunde in unserem Landkreis und Einzugsgebiet angeboten bekommen zu 90 % Hunde sind, welche unüberlegt vom Vermehrer oder von Auslandsorganisationen geholt wurden und dann bereits in den ersten 1-2 Jahren (wennicht sogar schon früher) wegen Beisvorfällen und Verhaltensauffälligkeiten aufgrund fehlender Auslastung und Erziehung abgegeben werden müssen. Einen Hund welcher bereits gebissen hat zu vermitteln, ist nunmal viel schwieriger als einen gut erzogenen Hund.
Das bedeutet die deutschen Abgabetiere sind meist Problemfälle (warum sollte man auch einen gut erzogenen Familienhund im Tierheim abgeben?) und werden deswegen in Tierheimen zu Langzeitinsassen (einen 1 1/2 jährigen Schäferhund, welcher ein Kind ins Gesicht gebissen hat und schlecht sozialisiert wurde in einem Tierheim richtig auszulasten und die Erziehung so hinzubiegen dass er problemlos vermittelt werden kann ist rein personell und finanziell nicht machbar). Bei vielen Auslandshunden welche direkt zu uns ins Tierheim kommen haben wir solche Probleme nicht. Die Hunde sind in fast allen Fällen gut sozialisiert und sehr gelehrig was die Erziehung angeht. So sind diese Hunde bereits in kurzer Zeit vermittelt. Anders als bei den reinen Auslandsorganisationen lernen wir die Hunde vor der Vermittlung auch erstmal richtig kennen um die Interessenten auch richtig beraten zu können. Auch gibt es vor der eigentlichen Vermittlung erst mehrmalige Spaziergänge sowie mindestens einen Probetag. Klar gibt es auch hier mal Fehlvermittlungen, aber dann nehmen wir die Hunde zu uns zurück und versuchen sie anderweitig zu vermitteln.

Silvia Stahnke

Das Tierheim Roth, Landkreis Roth Mittelfranken vermittelt auch nicht an Jäger. Ich habe da einmal meine nicht verbrauchte Welpenmilch hingebracht. Dabei sah ich einen Pointer und meinte der wäre doch bei einem Jäger gut aufgehoben, wir züchten im Verein für Pointer und Setter, da bekam ich leider die Antwort das der Vorsitzende nicht an Jäger vermittelt. Seitdem kriegen die von mir nicht mehr! Schade! Vor Jahren hat mich einmal ein Tierschutzverein gebeten einen meiner Setter für „Tiere suchen ein Zuhause“, WDR auszuleihen. Ich habe gesagt, das ich das nicht mache! Die meinten das wäre ein Zugpferd und dann würden statt dessen halt andere Hunde vermittelt. Also niemals etwas ungeprüft glauben, die Lügen wie die Raben! Das schlimmste für uns Züchter ist, wenn einer von uns gezüchteten Hunde im Tierheim landet. Weil man die nicht wieder da raus kriegt! Die verschieben die Hunde lieber über mehrere Heime! Da kannste mit Rechtsanwalt kommen, du hast keine Chance. Manchmal verstehe ich den VDH nicht wenn er mit dem Tierschutzbund gemeinsame Aktionen macht. Die sollten ihren Laden erst einmal aufräumen!

Bibi

Ich bin kein Jäger. Bin aber ganz bei euch! Viele Tierheime haben mittlerweile erkannt das man mit Mitleid Leute fängt. Erfundene Geschichten zu den Hunden sind an der Tagesordnung. Meine Meinung zu diesen „Tierschützern“ ist eine ganz einfache: das sind alles Leute die sich auf kosten der Tiere profilieren weil sie sonst nix zu melden haben.

Peter

Ich selbst arbeite als gelernter Tierpfleger in einem Tierheim. Auch wir haben desöfteren Jagdhunderassen bei uns, und freuen uns wenn ein Jäger kommt, der den Hund jagdlich führt. So haben wir erst vor kurzem einen Terriermix, welcher aus einer Tötungsstation im Ausland nach Deutschland kam, erfolgreich an einen Jäger vermittelt, welcher auch bereits einen Hund hat. Dort wird er nun jagdlich gefördert und zur Nachsuche ausgebildet. Für mich gibt es nichts schöneres als einen Jagdhund zu einem Menschen zu vermitteln, welcher die Passion des Hundes teilt. Genauso wie ich einen Border-Collie mit starkem Hütetrieb lieber an einen Schäfer vermittel als an eine junge Familie, welche 3 mal am Tag mit dem Hund spazieren geht und ab und zu in die Hundespielstunde geht.

Auf was wir trotzdem wert legen, ist natürlich eine tiergerechte Ausbildung und Haltung. Wenn wir im Vorfeld schon erfahren, dass der Hund mit Erziehungshilfsmitteln erzogen wird, die nicht dem Tierschutzgedanken entsprechen (z.b. Teletakt, Kettenwürger), oder der Hund keinen Familienanschluss hat und daher im Zwinger oder nur im Hof leben muss, kommt auch hier keine Vermittlung zu stande. All dies ist ebenfalls schon vorgekommen. Genauso wie Fundhunde (Jagdhunde) welche uns mit tierschutzwidrigen Erziehungshilsmitteln eingeliefert wurden und der Jäger bei der Abholung sturr auf diese Hilfsmittel beharrt.

Ich selbst bin kein Jäger aber ein Jagdinteressierter. Das Bild der Jäger ist natürlich bei vielen Tierschützern nicht gerade positiv. Daher ist es notwendig endlich das Bild der Jäger in der Öffentlichkeit zu verbessern. Die Realität schaut nunmal so aus, dass nur 1 negativer Fall dafür sorgt um das Gesamtbild wieder ins negative zu setzen. Dabei könnten gerade Jäger und Tierheime super koopieren, gerade jetzt in der Brut- und Setzzeit durch gemeinsame Aufklärungskampagnen. Wir bekommen bei uns im Tierheim regelmäßig junge Wildkaninchen, Feldhasen oder Jungvögel im Flüggealter einfach weil die Leute nicht wissen dass nicht jedes alleinsitzende Jungtier Hilfe braucht.

Und damit wünsche ich euch einen schönen Abend und allen Jägern viel Anblick bei der nächsten Jagd!